ATEMPSYCHOTHERAPIE BV-ATEM® - Alles was Sie wissen müssen!
Atempsychotherapie BV-ATEM® ist eine Methodenerweiterung und -vertiefung. Sie bezieht über das psychosomatische Behandlungskonzept der Atemtherapie hinausgehend körperpsychotherapeutische Interventionen mit ein. Atempsychotherapie dient der professionellen Therapie von psychischen, psychisch bedingten körperlichen und traumabedingten Störungen.
Therapeut*innen in Atempsychotherapie (APT) haben eine atemtherapeutische Grundausbildung. Sie sind zusätzlich durch Weiterbildung in einem oder mehreren atempsycho- und körperpsychotherapeutischen Verfahren zertifiziert. Für die Weiterbildung in Atempsychotherapie gibt es verschiedene Zertifizierungsstufen. Sie münden im Weiterbildungszertifikat Atempsychotherapie BV-ATEM®, das den aktuellen Richtlinien der DGK (Deutsche Gesellschaft für Körperpsychotherapie) entspricht.
Therapeut*innen in APT nutzen u. a. den Atem als Medium und bewirkendes Agens in tiefen- und entwicklungspsychologischen sowie traumabedingten Kontexten. Dabei spielen Konzepte der Psychodynamik, der Bindungstheorie sowie der Beziehungsarbeit und Traumalösung eine wesentliche Rolle. Phänomene wie psychosomatische Resonanz, Übertragung und Gegenübertragung sowie Regulation und Ko-Regulation des Autonomen Nervensystems zählen zu wichtigen Wirkmechanismen.
Die breitgefächerten Anwendungsgebiete der APT umfassen u. a. entwicklungsbedingte (frühe) und depressive Störungen, Ängste, Selbstwert- und Nähe-Distanz-Problematiken sowie psychosomatische, traumatische und posttraumatische Beschwerdebilder. Im Pendeln vom „Gesunden“ zum „Kranken“ arbeitet die APT ressourcenorientiert. Dabei nutzt sie spezifische Atemerfahrungen und Beziehungsgestaltung als Weg zur Potenzialentfaltung und ganzheitlichen Kohärenz.
Autor*innen: Ingeborg Becker, Margit Seeling, Sabine Schrem (2018).
Überarbeitung: Ingeborg Becker, Kirsten Sander, Norbert Faller, Stefan Bischof (2023).
Die Fachgruppe Atempsychotherapie blickt auf eine über 25-jährige Geschichte zurück.